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am 9. März

Wir sind es wert gegessen zu werden

Die Grünen Grödig - Ein Blick in den Kühlschrank: Auf dem Joghurt steht ein Datum, das drei Tage her ist. Soll ich es noch essen oder lieber nicht?

Alle unsere Lebensmittel sind mit einem Datum gekennzeichnet. Sobald das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, landen viele, noch einwandfreie Produkte im Mistkübel. Meist sogar ungeöffnet, da der Verbraucher sich auf das aufgedruckte Datum verlässt. Diese Unsicherheit führt zu Lebensmittelverschwendung und Umweltbelastung.
Berge von noch essbaren Produkten werden einfach weggeworfen und belasten nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigene Brieftasche. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung landen 37% der Lebensmittel im Müll, weil sie beim Verbraucher schlecht geworden sind, 15% werden verschmäht, weil sie nicht mehr appetitlich aussehen, und 6% aufgrund des aufgedruckten Datums. 

Wie kann das geändert werden? Ein paar Informationen, die weiterhelfen:

Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum

  • Das Verbrauchsdatum beschreibt den Zeitpunkt, ab dem ein Produkt, wie leicht verderbliche Waren (Geflügel, Faschiertes und Fisch), aus Gesundheitsgründen nicht mehr verzehrt werden sollten.
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist so etwas wie eine Gewährleistungsfrist - eine Garantiezeit ähnlich Ihres Autos. Das werfen Sie auch nicht weg, wenn die Garantiezeit abgelaufen ist. Innerhalb dieser Zeit dürfen die Produkte weder Geschmack, hygienische Qualität oder Konsistenz einbüßen, sind jedoch nicht verdorben. Das variiert stark bei den Lebensmitteln: Trockenprodukte wie Nudeln oder Reis haben ein längeres Mindesthaltbarkeitsdatum, im Gegensatz zu Milch oder Fleischprodukten.

Wichtig ist, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht bedeutet, dass das Lebensmittel verdorben ist. Das Joghurt, in welchem sich oben etwas Flüssigkeit abgesetzt hat, kann umgerührt werden, schaut gleich besser aus und schmeckt gut. Auch die Lagerung hat einen großen Anteil an der Haltbarkeit und Omas traditionelles Verständnis für die Lebensfähigkeit unserer Esswaren darf aus der Erinnerung geholt werden.

  • Kühl, dunkel und trocken lagern
  • Bewusstes Einkaufen in Bezug auf die Menge und somit ein überschaubarer Kühlschrankinhalt
  • Die Verpackung öffnen, riechen und schmecken, wie es unsere Vorfahren gemacht haben. Auch heute können wir uns noch immer auf unsere Sinne verlassen, es braucht nur etwas Vertrauen in uns selbst.

Übrigens zum Lebensmittel HONIG:
Der galt im alten Ägypten als »Speise der Götter« und als Quelle der Unsterblichkeit: Ein Topf Honig wurde mit dem Wert eines Esels aufgewogen. Bei Ausgrabungen von Königsgräbern wurde Honig oft als Grabbeigabe gefunden. Der Honig war noch genießbar und das nach 3000 Jahren ... aber das ist eine andere Geschichte.

Monika Kriechbaum​